Saturday, January 27, 2007, 01:30 PM - Tagebuch
Teil 9//Mitte Dezember 1999 (unbearbeiteter Originalauszug)
Paul steuert. Ich sitze verträumt vorne auf dem Boot, lasse die Beine ins Wasser baumeln und beobachte Fliegende Fische.
- Hast du Feuer -
Paul ruft. Doch ich verstehe Ihn nicht gleich
- Was? -
- Fuck, hast du Feuer -
- Nein!!! -
Er schafft es sie am Motor anzuzünden, und so sitzen wir schweigend da und rauchen. Die Landschaft ist beeindruckend. Immer wieder kleine bewaldete Inseln, jedoch noch keine Strände. Ich denke an Zuhause, was ich eigentlich recht selten mache. Zuviel habe ich erlebt, und immer meine volle Konzentration auf die Gegenwart richten müssen. Es stimmt völlig, wenn du irgend etwas vergessen willst, oder Probleme hast, was bei mir allerdings nicht der Grund fürs Reisen war, dann geh fort, setz dich in Deutschland ins Flugzeug, lande in Süd - Ost Asien, in Amerika, Australien oder sonst was. Sobald dein Flieger unten ist hast du genügend Dinge die getan werden müssen und die du schon immer mal tun wolltest, so das deine Heimat, Eltern und Freunde auch psychisch in weite Ferne rücken.
Bei mir war’s jedenfalls so. „Hey Cilli, ich werd euch alle vermissen. Ich schreibe bestimmt jeden Tag ne Karte“ . Fuck that! Eine habe ich geschrieben. Dann ist alles wieder in weite Ferne gerückt. Es ist wie wenn du kurz Fernsiehst, ein Film, vielleicht ein Bericht über die Menschen in Afrika, dann schaltest du den Fernseher aus und bist wieder zu Hause.
Ich konzentriere mich wieder auf die Landschaft.
- Hey, Paul, fahr mal weiter rechts -
Ich beschreibe einen großen Bogen mit der Hand, und zeige auf eine kleine Insel.
- Die Kleine? -
- Ja -
- Zu nah am Festland -
- Ach was ist doch ok für den ersten Tag -
- Laß uns mal kucken -
Ich springe aus dem Boot ins Knietiefe Wasser und laufe mit dem Tau in der Hand an den Strand, wo ich das Boot, mit ein paar Knoten über die sich wohl jeder Seemann kaputtgelacht hätte an einen kantigen aus dem Sand herrausragenden Felsen binde. Paul kommt mir nach und mit vereinten Kräften ziehen wir den Ausleger an Land.
Es stellt sich herraus, das die Insel nahezu perfekt für unseren ersten Tag ist. Wir finden eine kleine Höhle, weit genug vom Strand entfernt, das sie bei Flut nich vollläuft, und nah genug um in einer Minute hinzulaufen. Innerhalb von 30 Minuten haben wir unsere Habseeligkeiten in Ihr verstaut, und rennen runter zum Strand, um einfach nur noch zu chillen und zu schwimmen.
Ich habe keine Ahnung wieviel Uhr es ist, brauch ich immoment auch nicht zu haben. Mein Magen sagt jedenfalls, das es Zeit zum Essen ist, und während ich Feuerholz suche, um Kohle zu sparen nimmt Paul die ersten Fische aus. Es stellt sich jedoch herraus, das Holz nich heiß genug ist um Wasser für den Reis zu kochen. Umsonst gesucht. Egal. Nach 15 Minuten kocht das Wasser und wir legen die Fische, die wir vorher in einer Senf-Curry Soße gewendet haben auf den Rost.
Auch wenn sie einfach ist, ist es wohl die köstlichste Mahlzeit die ich je zu mir genommen habe. In Gedanken versunken und ohne zu sprechen genießen wir unser erstes selbst zu bereitetes Mahl auf der Insel die für heute nur uns gehört.
- Hey Jan, wie wärs wenn wir jetzt schon einen Platz zum Schlafen suchen, bevor es dunkel wird -
- Yep, good Idea -
Wir finden einen kleinen Felsvorsprung, etwa zehn Meter von der Hochwassergrenze entfernt, an dem wir unsere Moskitonetze aufhängenkönnen. Die Enden Vergraben wir im Sand. Jetzt noch die Isomatte rein. Fertig.
Wir liegen am Wasser. Gerade so dicht dran, das daß Meer unsere Bäuche alle zwei Minuten überflutet. Die Sonne geht wie ein feuerroter Ball am Horizont unter. Die ganze Insel wird in ein unbeschreibliches rot-blaues Licht getaucht, und das Wasser wäscht den letzten Rest der Tageshitze endgültig von uns ab.
Jetzt erweist es sich doch als sinnvoll, das ich Holz gesammelt habe, und so sitzen wir vor einem kleinen Lagerfeuer und essen die Reste vom Mittagessen.
Kommentar hinzufügen
| 0 Trackbacks
| Permalink
Tuesday, January 23, 2007, 03:15 PM - Tagebuch
Teil 8//Mitte Dezember 1999 (unbearbeiteter Originalauszug)
Gemeinsam laufen wir den Landungssteg hinab. Nach einer ungemütlichen Nacht hat keiner Lust auf eine Unterhaltung. Mein Kopf ist eh voll. Ständig male ich mir meinen Traumstrand aus. Palmen, ein klein wenig Dschungel, eine Süßwasserquelle, Korallen zum Schnorcheln und zuletzt natürlich das blaue Wasser und der Strand.
- Uh, shit -
Brüllt ein Hafenarbeiter den ich gerade ohne Absicht angerempelt habe, und sofort bin ich wieder in der Realität.
- Was denkst du? Wo ist der Markt? -
- Keine Ahnung, laß uns ein Tricycle nehmen. -
Fünf Minuten später erreichen uns die gemischte Gerüche und der Flair des Marktes. Lautes Hupen und schreien, die Händler bauen gerade Ihre Stände auf.
- Hey Paul -
- Ich pass auf´s Gepäck auf, geh du irgendwo ein Boot besorgen.
- Ja, bin in ner halben Stunde zurück. -
Bereits drei Kippen später war er zurück. Ein grinsen von einem Ohr zum anderen.
- Fuck man, komm mit, ich zeig dir unser Boot für die nächste Woche -
Er hatte nen alten Fischer solange belabert und im noch ein paar Malboro zugesteckt, das dieser uns sein Boot für Zweihundert Peso pro Tag glücklich vermietete.
Mit offenem Mund bestaune ich das Auslegerboot. Es ist etwa fünf Meter lang, ein Meter fünfzig breit, hat ein kleines Sonnendach und vorne auf dem Bug sitzt ein geschnitzter Löwe.
Nachdem wir unsere Rucksäcke verstaut haben, geht es nur noch darum sich um den Proviant zu kümmern.
- Paul, was nehmen wir mit. Reis? -
- ja -
- und Fisch -
- geht kaputt -
- nicht wen er noch lebt -
- Fuck, geile Idee -
- Pfeffer, Salz, Gin, zwei Stangen Kippen -
- Süßwasser -
- Wieviel ? -
- fünfzig Liter -
- Fällt Dir noch was ein? -
- Kohle vielleicht, und einen Rost zum Grillen plus Kochtopf ?! -
- OK -
- Geh du einkaufen, ich warte im Boot und pass auf die Sachen auf. -
- Ich kann nicht alles alleine schleppen -
- Einer muß auf die Sachen aufpassen -
Also mache ich mich auf den Weg. Doch nach einer Stunde unermüdlichen Verhandelns und Schleppens, gesellt Paul sich doch dazu, und drei Stunden später sind wir abfahrbereit.
Sunday, January 21, 2007, 11:13 AM - Tagebuch
Teil 7//Mitte Dezember 1999 (unbearbeiteter Originalauszug)
Im Südwesten der Philippinen gelegen, trennt diese etwa 400 km lange, aber nur 40 km breite Insel die Sulu-See und das Südchinesiche Meer. Neben der Hauptinsel gehören 1.768 weitere Inseln zur Provinz Palawan. Die größten davon sind Busuanga, Culion, Coron, Cuyo, Dumaran, Bugsuk und Balabac.
Palawan besteht überwiegend aus gebirgigem Dschungel. Mount Mantalingajan ist mit 2.086m der höchste Berg. Nur einige Küstenregionen können Landwirtschaftlich genutzt werden.
In den Dschungeln gibt es Tiere und Pflanzen, die sonst nirgendwo auf den Philippinen vorkommen, darunter der sogenannte Eisenbaum, die Königskobra, Schmetterlinge und Papageien.
Palawan ist relativ dünn besiedelt. Ein Großteil der Bevölkerung stammt von den verschiedenen Inseln der Visajas. Batak und Pala´wan zählen zu den Ureinwohnern Palawans. Die im Norden sind Negritos und somit Nomaden, die von der Jagt leben. Versuche, Ihnen die Vorzüge des Ackerbaus beizubringen sind fast immer gescheitert. Einige von Ihnen gehen zwar zur Schule, tauchen aber zwischendurch immer wieder im Dschungel unter.
Im Süden von Palawan wurden erst 1978 die Tau´t Batu entdeckt, die noch heute wie vor schätzungsweise 20.000 Jahren in Höhlen im Singnapan Basin einige Kilometer östlich von Ransang leben. Dieses Gebiet wurde zu Schutzgebiet erklärt und ist natürlich off limits , was selbstverständlich respektiert werden sollte.

Thursday, January 18, 2007, 02:38 PM - Tagebuch
Teil 6//10.Dezember 1999 (unbearbeiteter Originalauszug)
Muss an dier Stelle doch nochmal deutlich erwähnen, das die geschilderten Erlebnisse über 7 Jahr her sind. Meine damaligen Empfindungen und mein Reden kommt mir schon etwas spätpupertät vor. Keine Ausreden....Los geht das...
Wieder voll vom Reisefieber gepackt, beschließe ich einen Trip weiter runter in den Süden zu machen, um das Inselreich um Palawan zu erkunden.
6.00 am. Es ist noch recht kühl, die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Springe vor einem kleinen Bäckerreiladen auf einen ankommenden Jeepney. Nach einem kurzen krachen des Getriebes, gibt der Fahrer Vollgas, und los gehts eingequetscht zwischen Hühnern, Philippinos und einer großen Ladung Reis, über gewundene Bergstraßen, unter riesigen Palmen und Lianen Richtung Lucena, dem Fährhafen nach Palawan. Ich liebe es. Der Wind bläst dir ins Gesicht, und in deinem Magen macht sich das Kribbel der Ungewißheit und des Abenteuers breit. Wir passieren kleine Bergdörfer, gebaut aus Bambus, Wasserbüffel die seelenruhig am Straßenrand grasen, oder mit jeder Menge Waren beladen sind, die in einem anderen Dorf auf einen Abnehmer warten. Erschreckte Hühner und Hunde machen sich aus dem Staub wenn wir im Höllentempo den Berg hinauf und um die Kurven jagen. Heute bin ich Heilfroh, das ich nicht auf dem Dach sitzen, oder hinten auf dem Trittbrett stehen muß.
Ich erinnere mich im Nachhinen, wo ich das gerade so lese, das ich durch ein Gebiet gefahren bin in dem wohl öfter Touristen entführt wurden. Jimmy hatte mich bereits gewarnt. Das Problem ist nun das man kaum zwischen Freund und Feind unterscheiden kann. Alle interessiern sich für einen und wollen Gespräche und Zeit mit einem verbringen, da Westler einfach selten sind. Zudem strahlen sie eine Art Reichtum und Extravaganz aus. In meinem Buss saß nun noch eine Truppe militant gekleideter Halbwüchsiger. Wow, ich hatte mir ganz schön die Hosen voll gemacht, vor allem da sie echt aufdringlich wurden. Ich glaube sie nahmen dann sogar die selbe wackelige Fähre nach "Elephant Iland" wie ich. Unheimlich". Hab später rausgefunden das sie als Hotelboys arbeiteten. Fehlalarm. Aber auch diese Jungs erzählten mir andauernd von Entführungen und das bestärkte mein Vertrauen in sie natürlich nicht.- Jetzt kommt ein komisches Gespräch. Ich muss es so lassen obwohl es sich komisch anhört!
Paul
Die Fähre schaukelt, ich stehe am Bug, und lasse mir die Schaumkronen ins Gesicht spritzen.
- Hey, woher kommst Du? -
Ich drehe mich rum.
- Hi, Deutschland -
- Mhm, komme aus Neuseeland, heiße Paul -
- Ich heiß Jan, wohin willst Du? Palawan? -
- Yes, mhm, du auch? -
- ja, Palawan, mal schaun wie ich da hin komm. Hast du ne Ahnung? -
- nö, aber ne Karte. Laß uns mal nach em besten Weg schauen -
- Raucher? -
- Yes! -
Zwei „Winstons“ später stand es fest, wir werden uns in Puert Prinzessa ein Boot mieten und gemeinsam auf eigene Faust das Inselreich erforschen. Hatte gerade zum ersten Mal „The Beach“ gelesen und war mir hundertprozentig darüber klar, das ich jetzt genau das tun wollte. Die suche nach dem Traumstrand konnte beginnen.
Man war ich ein FNG
Wednesday, January 17, 2007, 07:27 PM - Tagebuch
Teil 5//Mitte Dezember 1999 (unbearbeiteter Originalauszug)
Liege gedankenverloren auf dem Bett. Das Moskitonetz bewegt sich gleichmäßig im Wind des Ventilators. Ein Gecko krabbelt die Deck entlang und ich sinniere drüber, wie es wohl möglich ist, das er nicht runterfällt. Jeder Biologe würde jetzt zu einer ausgiebigen Erklärung ansetzen, doch das hätte in diesem Moment einfach diesen Touch des unwirklichen, exotischen zerstört. Als das Millencolin Tape in meinem Walkman sich dreht, kehre ich in die Wirklichkeit zurück. Michael der Sohn von Jimmy`s Schwester ruft mich zu Essen. Reis! Reis zum Frühstück, zum Mittagessen, zum Abendessen.
Es ist erstaunlich ich welchen Variationen diese Menschen dieses Gericht kochen können. Langweilig wird es jedoch nie. Am Abend präsentiert mir Jimmy stolz seine philippinische Schnapssammlung. Soll von jedem Schnaps kosten. Naja, nach einer halben Stunde packt er seine Fotoalben aus und ich bin meinerseits glücklich, Familienfotos eingepackt zu haben, und so verbringen wir einen langen Abend im Austausch von Erfahrungen und Kulturen.
Ich habe nun einen Entschluß, besser eine Mission, ich werde die Filippinos zur Kartoffel bekehren. Gesagt getan, nehme am nächsten Morgen, nach einer schlaflosen Nacht, weil eine Ratte einfach nicht davon abzuhalten war meine Klamotten anzuknabbern, den Jeepney zum Markt.
Der Markt, ein Abenteuer an sich, Tausende Gerüche nach Fisch, Schwein, Schweiß, Obst und Gemüse, durchziehen, gemischt mit dem lauten Anpreisen der Waren der Händler, den großen Platz.
Kaufe meine Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch, bevor mich ein Händler anhält, und mir klarzumachen versucht, das ich doch unbedingt mal seinen Keilerkopf mit Reis, angeblich der beste den ich kriegen kann, probieren muß. Frisch gestärkt mache ich mich auf nach Hause.
Habe heute Abend die besten Kartoffeln gekocht, die wohl je ein deutscher auf den Philippinen gebraten hat. Nach zwei Bissen fangen die anderen jedoch an Ihre Bratkartoffeln mit Reis zu vermischen. Mission gescheitert. Es war wie Kaviar vor die Schweine zu schmeißen (Anm. des Autors heute: bestimmt keine politisch korrekte Formulierung. Zensur ist aber nicht drin!). Reiß zum Frühstück, zum Lunch, zum Abendbrot. Das war’s. Unwiderruflich. Es gibt Dinge mit denen du dich einfach abfinden mußt.
Tuesday, January 16, 2007, 10:04 PM - Tagebuch
Hab mich heute mal bei Kunstrasen, der Ausstellung aufm Freakstock beworben. Da hab ich ja richtig Bock drauf. Mal was auf Leinwand veröffentlichen!Tuesday, January 16, 2007, 12:27 PM - Tagebuch
Teil 4//Anfang Dezember 1999 (unbearbeiteter Originalauszug)
Die einzigen Verkehrsregeln die für den philippinischen Bus-, Auto-, Jeepney - oder Tricyclefahrer gelten, bestehen daraus kontinuierlich zu hupen, immer darauf zu achten, das der Qualm aus dem Auspuff schwarz oder zumindest blau ist, auf jedenfall nie jemandem die Vorfahrt zu geben und immer der schnellste sein. Das dieses System funktioniert hätte ich nie geglaubt und bin auch noch immer noch nicht überzeugt. Fact ist jedoch, das ich trotz ausgestandenen Todesängsten im viel zu schnellen Jeepney nie einen Unfall gesehen habe, und es wenn auf die Statistiken Verlass ist, weniger Unfälle entstehen als bei uns. Wobei natürlich kein Filippino sich die Mühe machen würde anzuhalten wenn er gerade einen oder mehrere Fahradfahrer von Ihren Gefährten runtergeholt hat. Alles erlebt!
Ok, genug. Wollte raus aus der Großen, Rucksack war gepackt, Geld verstaut und Landkarte griffbereit im Seitenfach. Nach ner halbstündigen Taxifahrt und absoluter orientierungslosigkeit meinerseits stehe ich nun vor der Busstation um einem neuen Abenteuer entgegenzugehen.
Er heißt Jimmy, ist ein Bootsmann. Will seine Schwester in Pagsanjan nähe Santa Cruz Laguna besuchen. Nach einer kurzen Unterhaltung ist für Ihn klar, ich werde unbedingt seine Familie kennenlernen müssen. Nun in Ordnung und um Ihn zu beruhigen, oder weil es mich einfach reizt, begleite ich Ihn auf der dreistündigen Busfahrt Richtung Süden. Vorbei an Palmenwäldern, Seen, braunen Flüssen und über großen Brücken, unter denen die sogenannten Outlaws wohnen, die entweder ansteckende Krankheiten haben, etwas Verbrochen haben, oder aus anderen Gründen von der Gesellschaft nicht akzeptiert sind. Es ist wie bei den Slums, jeder kennt das Problem, doch keiner will darüber sprechen.
Sunday, January 14, 2007, 09:48 PM - Tagebuch
Interessanter, guter Blogeintrag, von meinem bruder in Hamburg.HIER LANG
Eintragname "Intelligentes Leben"
Sunday, January 14, 2007, 12:22 PM - Tagebuch
Teil 4//Anfang Dezember 1999 (unbearbeiteter Originalauszug)
Die Sonne läßt sich Zeit am Horizont zu erscheinen. 6.00 am. Langsam erwacht die Stadt. Verschlafene Menschen stehen an der Straße, wartend auf den Jeepney der Sie zur Arbeit bringt.
Drückende Hitze, Smog, Kindergeschrei und lautes Hupen verdrängen langsam die Nacht.
Ich beschließe mir einen ersten Eindruck des Viertels zu machen, in dem ich die nächsten zwei Tage verbringen werde.
Fröhlich begrüßt mich der Sekuritiguard, der im Licht der Morgensonne schon viel freundlicher aussieht.
Nach einem kurzen Smalltalk, bei dem ich mich nach einem guten Platz zum Frühstücken erkundige, mache ich mich mit klopfendem Herzen auf den Weg und fange langsam an Spaß an der ganzen Sache zu finden. Ich laufe los. Finde auch bald das mir empfohlene Café, und bestelle nachdem ich noch eine Kippe geraucht habe, einen Bananenpfannkuchen und einen Kaffe. Der Kaffe ist so dünn, das ich nach zwei Schlücken zu der Überzeugung komme, das es sich nur um warmes Wasser mit einem kleinen Teelöffel „Nescafé“ ( Was währe die Welt ohne Nescafé) handelt. Doch der Pfannkuchen ist so groß, das ich Ihn kaum schaffe. Werde morgen wieder herkommen.
Es ist jetzt gerade mal 10.00 am. Habe noch viel Zeit und werde jetzt, da mein Magen voll ist, meinen Rundgang auf die etwas größere Umgebung ausdehnen. Laufe an einer prunkvollen Kirche, dann an einer verlassenen, zerfallenen Amikaserne vorbei, und plötzlich stehe ich auf einer alten Brücke mitten in den Slums. Unter mir der Fluß. Hütten die aus alten Autotüren, Autoreifen, Bambus und Styropor zusammengestückelt sind. Sehe Kinder, die in einer Dreckbrühe, die hier Fluß genannt wird, baden. Habe Angst das jede der „Hüten“ beim nächsten Windstoß zusammenkracht. Die Erwachsenen stehen am Ufer und pinkeln. Gedankenverloren stehe ich da. Ich kann mich nicht daran erinnern in diesem Augenblick irgend etwas gedacht zu haben. Ich denke um sich an etwas zu erinnern, muß man einen Gedanken zum anknüpfen haben, und den habe ich nicht. Ich glaube ich habe einfach gar nichts gefühlt, während meine überlasteten gehirnwindungen versuchten dieses Bild in irgendein Fach meines Gehirns zu schieben, wo sie dann verzweifelt festgestellt haben das es für dieses Bild bisher kein Fach in meinem Speicher gibt. Zeit heimzugehen. Es fängt an zu regnen.
Saturday, January 13, 2007, 11:26 AM - Theologie
Damit mir hier im www keiner geistlich verhungert mal wieder was Angedachtes:
1. Petrus 2, 11 ** Die Gute Nachricht Bibel
Ihr wisst, meine Lieben, dass ihr Gäste und Fremde in dieser Welt seid. Darum ermahne ich euch: Gebt den Leidenschaften nicht nach, die aus eurer selbstsüchtigen Natur aufsteigen und die ständig mit eurem guten Willen im Streit liegen.
Nur ein Gast? Ein Fremder in dieser Welt, in der ich mich so Zuhause fühle?
Dem widersprechen sehr viele meiner Verhaltensweisen.
Ich achte sehr auf meinen Ruf. Ich will die Anerkennung dieser Welt! Dazu baue ich vieles auf dem Fundament meiner eigenen Leistungen auf. Mein Ego ist unersättlich. Es will gefüttert werden.
Manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken: „Jesus komm bald! ...aber nicht gerade dieses Jahr, vielleicht später, es ist gerade so nett hier!“
Ganz schnell verirre ich mich auf der Jagd nach Befriedigung. Mit meinen Sehnsüchten als Antrieb, verliere ich das Wichtige aus den Augen.
Petrus hat das auch schon gecheckt. Er weißt uns drauf hin, dass wir nur Gäste sind. Ein Gast richtet sich auf seiner Reise, seinem Anliegen oder seinem Auftrag entsprechend ein.
Was er nicht benötigt, wird er nicht mit sich herumschleppen. Es behindert ihn und lenkt ihn ab.
Wenn ich meine Eltern an Weihnachten besuche habe ich keinen Computer dabei. Der Müllmann trägt keinen Schlips und James Bond hat seine Waffe und nicht seine Ehefrau im Reisegepäck.
Der Gedanke dass wir auf dieser Erde nur Gäste sind, führt zwingend zu der Frage nach unserem Zuhause. Und jetzt kommt das krasseste. Unsere Wohnung, unser Zuhause ist im Himmel, bei Gott. In einer WG mit Gott! Wörtlich steht im Epheserbrief 2: „....ihr seid Hausgenossen Gottes!“
Im Gegensatz zu unserer WG im Himmel, ist diese Erde nur ein Abbild. Eine Kopie vom Original, schwarz-weiß statt bunt, ein bisschen verwackelt und unscharf.
Wer in dieser Kopie lebt, läuft schnell in die Gefahr sie als das Original zu betrachten. Dementsprechend wird er sich einrichten und alles daran setzen, das Beste daraus zu machen. In seiner Situation ist es nur legitim, das er seine menschlichen Bedürfe mit größtmöglichem Gewinn befriedigt. Jedoch hat diese Befriedigung einen faden Beigeschmack, sie braucht immer mehr, sie wird unersättlich, gestern noch schönes, muss heute getoppt werden. Das gestern ersehnte Ziel, ist heute überschritten und langweilt. Alles hat ein Ende nur die Sehnsucht nicht. Zuletzt bleibt der Mensch in der Kopie unbefriedigt ... solange er nicht das Original findet.
Wir leben in einer Kopie, doch Jesus hat uns die Augen für das Original, für die reale Welt, geöffnet.
Die Welt mit den Augen von Jesus sehen. Durch die Welt in den Fußstapfen von Jesus gehen. Als Reisender in der Fremde, das wichtige im Rucksack, unsere Sehnsüchte im Himmel, das Ziel vor Augen, das Original im Herzen! Die Prioritäten gesetzt!
Zurück Weiter






