Du bist 
Tuesday, July 7, 2009, 11:43 PM - Theologie
Was du wohl gerade so machst?
Du weinst und du lachst.
Mit mir.
Du bist Gott.

Für Emil 
Saturday, January 24, 2009, 11:30 PM - Tagebuch
Autor: Jan Hanser | Keine Verwendung ohne ausdrückliche Genehmigung!

Im Meer da schwamm ein Hai herum.
Man sah´s ihm an, er war nicht dumm.
Er dachte sich: „Es macht mir keinen Spaß,
im Wasser werd ich täglich nass!“

Er zuckte sich, er ruckte sich,
schwang seine Flosse fürchterlich.
Nahm Anlauf und sprang hoch hinaus,
mit einem Satz aus dem Wasser heraus.

Ihr Kinder, habt ihr so was schon gesehen?
Einen Hai der sagt: „Ich will nicht baden gehen!“
Er glitt durch die Luft, oh welche Wonne.
Dachte bei sich: „Es ist schön in der Sonne.“

Doch sein Flug dauerte nur kurze Zeit,
denn das Ende des Meeres war nicht weit.
Kopfüber landete er am Strand,
von oben bis unten voll mit Sand.

Er zuckte sich, er ruckte sich,
schwang seine Flosse fürchterlich.
„Hier ist es mir zu trocken“ sagte er.
„Ich will zurück ins nasse Meer.“

Er rollte sich, er trollte sich,
zurück ins Meer wie jeder Fisch!
Er seufzte laut: „Ach ist das schön!
Zum Strand will ich nicht mehr gehen.“

Im Meer da schwamm ein Hai herum.
Man sah´s ihm an, er war nicht dumm.
Er dachte sich: „Es macht mir Spaß,
im Wasser werd ich täglich nass!“


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Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?! 
Wednesday, December 10, 2008, 02:46 PM - Theologie
Autor: Jan Hanser | Keine Verwendung ohne ausdrückliche Genehmigung!

Ein beständiges Piepsen drang leise in die Wahrnehmung des langen unrasierten Mannes ein. Mit geschlossenen Liedern lag er da. Bewegungslos. Langsam erwachten seine Sinne, tasteten sich durch einen dichten Nebel. Er lag im Bett. Sein Kopf pochte, dröhnte. „War es schon Zeit aufzustehen?“ Sehr langsam bewegte er erst seine Finger, dann seine Hand, streckte seinen Arm aus um nach seiner Frau zu fühlen. Leise raschelte die steife Bettwäsche als seine Hand ins Leere griff. Er stieß mit seiner Hand weiter vor. Er tastete. „Liv“ formten seine Gedanken, doch seine Lippen hinkten hinterher. Sein Mund war ausgetrocknet. Die Zunge klebte ihm am Gaumen. Er räusperte sich „Liv?“ brachte er kratzig flüsternd über seine Lippen. Keine Antwort. Stille. Nur das beständige helle Piepsen.
Langsam schlug der lange Mann seine Augen auf. Er blinzelte. Das weiße Licht einer Neonröhre blendete ihn. Er schloss die Augen. Wo war er?
Bruchstückhaft begann die Erinnerung in sein Gedächtnis zurückzukehren. Er sah einen Krankenwagen. Er sah das Flackern eines Blaulichts, das die Dunkelheit zerriss und unruhig kreisend die Nacht durchschnitt. Immer wieder riss der blaue Schein Fetzen seiner Umgebung auf, und tauchte sie in seinen kalten Ton. Für Sekunden sah er im blauen Licht das vor Angst und Sorge verzerrte Gesicht seiner Frau. Sie stand neben ihm. Er lag. Wurde getragen. Über kalte Metallschienen in ein Fahrzeug geschoben. Der Krankenwagen fuhr los und gewann an Geschwindigkeit. Er verlor das Bewusstsein.

Mit einem leisen quietschen senkte sich der Türgriff und die Tür des Krankenzimmers schwang auf. Eine Krankenschwester betrat den Raum. Der Mann schlug die Augen auf. „Herr König,“ begann die Krankenschwester. Der Mann hob die Hand und unterbrach sie. Mühsam quetschte er die Worte zwischen seinen Lippen hervor: „Wo bin ich? Was ist passiert? Wo ist meine Frau?“
Langsam durchquerte die Krankenschwester den Raum und stellte sich an sein Fußende. „Herr König, sie befinden sich im Krankenhaus. Sie wurden letzte Nacht aufgrund eines schweren epileptischen Anfalls eingeliefert. Mehr kann ich ihnen im Moment leider auch nicht sagen. Gegen Mittag wird ein Ärzteteam vorbeikommen um sie zu untersuchen und eine Diagnose zu stellen.“
Es war ein langer Nachmittag, angefüllt von einer endlosen Prozedur an Untersuchungen. Der 35 jährige Mann betete. Es waren keine schön ausformulierten Gebete, es war ein innerliches Schreien. Es war kein Gespräch, es war das stolpernde Bitten eines kaputten Menschen. „Herr, sei mir nicht fern, wer soll mir helfen wenn nicht du?“ Er sehnte sich nach der Nähe Gottes. Nach Geborgenheit. Geborgenheit wie er sie in der Gegenwart Gottes schon gespürt hatte. Doch die Ungewissheit verschwand nicht. War Gott überhaupt da? Hörte Gott ihn überhaupt? Er schrie ein unsichtbares Gegenüber an. Einen Gott dem er vertraute. Doch einen Gott den er nicht sah. Einen Gott den er nicht spürte. Einen Gott den er nicht anfassen konnte. Einen Gott, der in diesem Moment unendlich weit weg zu sein schien. War er am Ende doch auf sich alleine gestellt? Gingen seine Gebete überhaupt über die Krankenhausdecke hinaus? War er von Gott verlassen, wo er ihn am nötigsten brauchte?

Es war die letzte Visite des Tages, als ein leicht ergrauter Arzt sein Zimmer, in Begleitung einer Schwester, betrat. Seinen roten Block aufgeklappt setzte er sich neben das Bett des Mannes. „Herr König“ begann er und reichte ihm die Hand. „Schlechte Nachrichten. Ihr Anfall, der sich als Epilepsie äußerte, ist das Symptom eines Geschwulstes in ihrem Gehirn. Die Kernspintomographie zeigte uns einen apfelgroßen Tumor. Ob er langsam wachsend, oder schnell wachsend und aggressiv ist, können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Auch haben wir...“ Er legte die Hand auf den Arm des Mannes. „...noch keine genaueren Erkenntnisse darüber ob der Tumor operabel ist oder nicht. Wir werden einige weitere Scans durchführen müssen, um das exakte Vorgehen planen zu können.“ Es vergingen einige Sekunden des Schweigens. „Sie müssen wissen das Tumore dieser Art grundsätzlich operabel sind. Es besteht Hoffnung.“ Langsam nahm er die Hand vom Arm des Mannes weg. „Jedoch müssen sie mit massiven Ausfallerscheinungen wie Lähmungen, dem Verlust der Sprachfähigkeit, im schlimmsten Falle mit dem Tod rechnen.“

Und wieder war er allein. Das Wort allein war bezeichnend für seine Situation. Während das Radio in diesem Moment leise seinen Lieblingssong „beautiful day“ von U2 spielte, begann eine Träne nach der anderen lautlos seine Wangen hinabzurollen. Er lag mitten in diesem verdammten Krankenhaus, und weinte zum ersten Mal seit Jahren. Es war ein bitterer Schmerz der sich, ausgelöst von Wut und Verzweiflung, durch seinen Kopf zog und sich in seinen Tränen Raum verschaffte. Sein Schluchzen war kaum hörbar. Doch es war einzig möglicher Ausdruck für die Gefühlsvielfalt die ihn übermannte, wenn er an seine Frau und seinen vier jährigen Sohn dachte. Vor seinem inneren Auge wuchs sein Sohn heran und wurde ein Mann wie er. Er hatte seine Augen, seine Wangenknochen und seine unbändigen Haare. Ein tiefes Gefühl der Zuneigung überkam ihn. Fast konnte er das blonde Haar seiner Frau riechen, wenn sie sich ihm näherte, ihn liebkoste.
Der Song endete und ein Moderator verschmutzte seinen heiligen Moment mit dem banalen Gelaber über noch banalere Banalitäten wie gesunde Menschen sie tagtäglich austauschen. Mit seinem ganzen geballten Zorn und all seiner Verzweiflung richtete er seine Gedanken auf Gott und sprach aus, was er selbst nicht wahrhaben wollte:

Oh Gott,
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!?
Ich fühle dass du nicht da bist. Das ist eine Tatsache.
Meine Schreie bleiben an der Zimmerdecke hängen,
Ich dringe nicht zu dir durch.
Mein Gott, ich rufe dich schon den ganzen Tag – du schweigst
Und jetzt ist es Nacht – du schenkst mir keine Ruhe.

Du bist doch der heilige Gott, den ich für seine Größe lobte.
Du bist doch der Gott auf den schon meine Eltern vertrauten!
Du bist doch der Gott der rettet!
Du bist heilig!

Schau mich an. Ja, sieh hin!
Du bist heilig. Doch ich bin ein Wurm und kein Mann mehr!
Sie werden mich mitleidig anblicken.
Ihren Mund verziehen:
„Ja, ja, schaut euch den Herrn König an. - Tragisch.
So jung hat es ihn erwischt. - Schrecklich.
Hätte Gott ihn geliebt, hätte er ihn errettet.
Jetzt läuft ihm die Sabber aus seinem verzerrten Gesicht.
Kann nicht mehr reden.
Die Arme Frau, das Arme Kind... - Eine Tragödie.“

Du bist es doch der mich lehrte dir zu Vertrauen.
Du hast mir doch schon das Gefühl gegeben geborgen zu sein.
Hast mir Nahrung, Geborgenheit eine Identität gegeben.
Hast mir Sicherheit und Schutz vermittelt, wie nur eine Mutter es kann.
Mein Gott, ich bin abhängig von dir.
Auf dich geworfen. Fange mich!
Außer dir gibt es niemanden der mir helfen könnte
Niemanden der mir Leben ermöglichen könnte.
Sei nicht fern von mir.

Dieser Tumor hat mich im Griff
Seine Symptome fesseln mich.
Ich kann hier alleine nicht raus,
fühle mich umzingelt.

Ich war einst ein aufrecht gehender Mann,
doch jetzt weiß ich selbst nicht mehr wer ich bin.
Meine Lebenskraft ist ausgelaufen,
bin ein hilfloses Kind in Männergestalt.

Ich habe keine Kraft mehr.
Ich verdurste.
Hier Ende ich, du wirst mir den Tod bringen
Ja, du bist der Herr über Leben und Tod.

Für die da draußen bin ich doch schon Tod.
Es ist alles besiegelt.
Sie teilen schon meine Habseligkeiten unter sich auf
Losen aus wer was bekommt.
Mein Herr sei nicht ferne!
Rette mich!

Nur das Radio brummte noch leise, und die Notbeleuchtung flimmerte über der Tür. Ohne das es im bewusst war hatte er alle diese Worte laut ausgesprochen. Er schaltete den Rundfunkapparat auf der Fensterbank mit einem leisen klicken aus und lies sich völlig verstört ins Kopfkissen sinken.
Was war er noch Wert, als Pflegefall? Er war nicht mehr er selbst, der starke sichere Mann. Seine Lebenskraft hatte ihn verlassen. Er blickte, an der mittlerweile ausgeschalteten Neonlampe vorbei, zur Decke.
Langsam lies er seinen Blick nach unten gleiten. Vorbei an dem an der Decke hängenden TV- Gerät, bis sein Blick auf ein unscheinbares Kreuz fiel. Hatte es vorhin schon an dieser Stelle gehangen? Es war ihm nicht aufgefallen.
Er sah es an. Minutenlang. Gedankenleer. Da hörte er vom Kreuz her eine leise liebevolle Stimme:
„Ich weiß wie es dir geht.“ Er stutzte. Hatte er das wirklich gehört? Und wieder erklang die beruhigende Stimme: „David, ich weiß wie es dir geht.“ David stutzte. Sollte das seine Antwort von Gott sein? Er stützte sich auf seine Ellenbogen. „David, ich weiß wie es dir geht! Ich bin da und ich gehe mit dir.“ David wollte etwas Antworten, doch er brachte kein Wort über die Lippen. Er schloss seine Augen und lies den Kopf zurück auf das Kissen sinken. „David, deine Geschichte ist auch meine Geschichte. Ich möchte sie dir erzählen.“

Vor David Augen entstand ein Bild, während die Stimme leise zu ihm sprach. Er sah die drei Hügel, er sah die drei Kreuze, er sah die drei Männer. Dunkelheit und der Geruch nach Tod bestimmten die Szenerie und in der Mitte stand das Kreuz von dem die Stimme kam. David überlief eine Gänsehaut. Aus diesem ausgemergelten, geschundenen, blutleeren, weißen Körper, der kaum noch als ein Menschlicher identifiziert werden konnte, kroch mehr, als das er klang, ein Schrei, der in den dunklen Himmel hinein, unter die Haut und bis ins Herz hinein ging:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Leise sprach die Stimme von Kreuz weiter:

Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.
Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht,
und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.

Du aber bist heilig,
der du thronst über den Lobgesängen Israels.
Auf dich vertrauten unsere Väter;
Sie vertrauten und du rettetest sie.
Zu dir schrieen sie und wurden errettet,
sie vertrauten auf dich und wurden nicht zuschanden.

Ich aber bin ein Wurm und kein Mann mehr,
ein Spott der Leute und verachtet vom Volke.
Alle, die mich sehen, verspotten mich,
verziehen die Lippe und schütteln den Kopf:
»Er klage es dem Herrn, der helfe ihm heraus
und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.«

Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen;
du ließest mich geborgen sein an der Brust meiner Mutter.
Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an,
du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.
Sei nicht ferne von mir,
denn Angst ist nahe;
denn es ist hier kein Helfer.

Gewaltige Stiere haben mich umgeben,
mächtige Büffel haben mich umringt.
Ihren Rachen sperren sie gegen mich auf
wie ein brüllender und reißender Löwe.

Ich bin ausgeschüttet wie Wasser,
alle meine Knochen haben sich voneinander gelöst;
mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs.
Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe,
und meine Zunge klebt mir am Gaumen, -mich dürstet!- (Joh 19)
und du legst mich in des Todes Staub.

Denn Hunde haben mich umgeben,
und der Bösen Rotte hat mich umringt;
sie haben meine Hände und Füße durchgraben.
Ich kann alle meine Knochen zählen;
sie aber schauen zu und sehen auf mich herab.
Sie teilen meine Kleider unter sich
und werfen das Los um mein Gewand.

Aber du, Herr, sei nicht ferne;
meine Stärke, eile, mir zu helfen!
Errette meine Seele vom Schwert,
mein Leben von den Hunden!
Hilf mir aus dem Rachen des Löwen
und vor den Hörnern wilder Stiere.

„David“ sagte die Stimme. David schlug die Augen auf und blickte auf das Kreuz. „Deine Geschichte ist auch meine Geschichte.“ Doch diese Geschichte endet nicht hier. Dieser Psalm, den wir beide gemeinsam haben, er geht noch weiter.“

Du hast mich erhört!
Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern,
ich will dich in der Gemeinde rühmen:
Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet;
ehret ihn, ihr alle vom Hause Jakob,
und vor ihm scheuet euch, ihr alle vom Hause Israel!
Denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Armen
und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen;
und als er zu ihm schrie, hörte er’s.
(Luther Übersetzung)

„Weißt du David, ich kenne dein Leid, ich habe es selbst auch durchlitten. Durch die tiefsten Stunden deines Lebens gehe ich mit dir hindurch. Ich bin da! Ich bin Gott und war der Elendste von allen. Hier am Kreuz. Ich weiß wie es dir geht.“
„Wo auch immer du durchgehst, David, Daniel, Raphael, Annika, Oschi, Jonathan, Wolfgang, Patrick, ich kenne deinen Namen und ich gehe mit dir. Es gibt niemanden dessen Elend zu groß wäre. Ich schaue dich an. Ich höre dein Klagen und dein Schreien. Ich höre dir zu. Dein Leben liegt in meiner Hand. Hier ist es sicher. Ich gehe mit dir durch deine dunkelsten Stunden. Ich bin da und du kannst mir vertrauen.“ (kurze Pause)

Als ich mich daran machte das Ende dieser Geschichte zu formulieren, stellte ich mir die Frage: „Was nun? Was passiert jetzt?“ In meinen Kopf schlich sich ein Bild ein: Jesus hat seine ergreifende Ansprache beendet, er hat seine Botschaft gebracht. Er schnappt sich seinen Mantel, schiebt sich die Mütze über die Haare, lächelt uns noch mal freundlich und gewinnend an... Shakehands mit David... und geht. Er schließt die Tür hinter sich, seine Schritte verhallen.

Dies wäre mein persönliches mein menschliches Ende der Geschichte. Ich der endliche Mensch, dessen Leben irgendwann ein Ende hat und zu dessen Leben Leid gehört, kann den unendlichen Gott nicht greifen. Ich kann ihn nicht sehen, nicht riechen und nur selten spüren. Es fällt mir schwer zu glauben, dass er immer da ist. Ich kann ihn nicht fassen, nicht erfassen, nicht festnageln. Doch Gott hat sich von uns und für uns festnageln lassen. Er hat selbst das schlimmste Leid am Kreuz durchlitten. Wenn einer weiß wie es uns geht, wie wir uns fühlen, wenn einer mitleidet, dann Gott.

Und ich darf ihn fragen: „Warum?“ Ich kann schreien „Hast du mich verlassen?“ Klagen und Fragen sind legitime und wichtige Anreden in der Beziehung zu Gott. Gott ist ein Gott der Fragen zulässt und gefragt sein will. Jesus selbst ruft am Kreuz „Warum? Warum hast du mich verlassen?“
Gott beugt sich nun nicht herab und sagt: „Ich bin da.“ Das wäre ein Widerspruch in sich. Gott ist schon da. Er blickt dich an. Er braucht sich nicht erst hinabzubeugen. Er blickt den Elendsten an und sagt: „Ich bin da, ich gehe mit dir!“

Oscar Wilde hat einmal geschrieben: „Wir liegen alle in der Gosse, aber ein paar von uns schauen zu den Sternen auf.“ Ein fast passendes Bild. Als Christ habe ich die Hoffnung auf Gottes Hilfe, darauf das er es gut mit mir meint. Das lässt mich aus der Gosse heraus nach oben blicken. Ich stecke meinen Kopf nicht tiefer in den Schlamm. Ich blicke nach oben und klage meinem Gott mein Leid. Und während ich nach oben Klage höre ich von der Seite eine Stimme: „Ich bin da, hier bei dir, in der Gosse“ Und ich drehe mich zur Seite und werde von liebenden Augen angesehen.

Darum endet diese Geschichte auch nicht so, wie ich es in meinem endlichen Denken durchgespielt hatte. Denn Jesus verlässt Davids Krankenzimmer nicht. Er bleibt. Und das er bleibt heißt: Er war schon immer da, er ist jetzt da und er wird in Zukunft da sein. In Ewigkeit. Amen.


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Magdeburg 
Wednesday, August 13, 2008, 07:10 PM - Tagebuch
10 Tage in der Nähe Magdeburgs liegen hinter uns. Eine sehr sehr geile Zeit, deren Erfahrungen noch verarbeitet werden müssen. Als ganze Familie haben wir bei einem Camp für Straßenkinder mitgearbeitet. Es ist schon eine denkwürdige Erfahrung Kids, die noch nie in ihrem Leben was von Gott gehört haben von seiner Liebe zu berichten. Das ganze war ein Camp mit Freakstockfeeling mitten in der Pampas in der sogenannten Börde in Sachsen Anhalt. Spannend wie diese Kids aus den Blöcken so organisiert sind. Es gibt Häuptlinge, Mamas und Papas. Man passt aufeinander auf, organisiert sich professionell, spielt Fußball in eigens organisierten Turnieren etc.
Es war eine Zeit, des Kampfes und der Freude an dem wie Gott wirkt. Hat sich voll gelohnt!
Und der Osten ist wieder ein Stück näher an unser Herz gewachsen.
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Der Jesus Faktor 
Thursday, June 5, 2008, 09:21 AM - Theologie
Eine Leidenschaftliche Theologie der Veränderung

Was haben das menschliche Gehirn,
ein Ameisenhaufen
und die Kirche der Zukunft gemeinsam?


Auf faszinierende Weise zeigt Kester Brewin, dass diese Frage mehr ist als nur ein Gedankenspiel: Alle drei müssen nämlich über besondere Fähigkeiten verfügen, wenn sie überleben wollen; sie müssen klug auf ihre Umwelt reagieren, sich anpassen und als komplexe Systeme ausgeklügelte Kommunikationsstrukturen entwickeln. Wenn wir anfangen die Kirche als Organismus und nicht als Organisation zu begreifen, entdecken wir schnell, wie viel wir von der Biologie über gesunde Veränderungs- und Entwicklungsprozesse in unseren Gemeinden lernen können. Wenn man gerade die großstädtischen Veränderungen als Bild für die Zukunft nimmt und sich fragt, welche Beziehungen dieser Zeitenwandel zum Leben Jesu hat, kommt ein Buch heraus, das die Kernideen der weltweiten"Emerging Church"-Bewegung verdeutlicht, in der Wissenschaftler und Gemeindepraktiker gemeinsam Perspektiven für die Zukunft entwickeln.

Das ist das erste Buch das ich auf meinem Blog empfehle. Dann muss es auch etwas ganz besonderes sein. Dieses Buch ist der Hammer. Ein absolutes "must have" für jeden der Vollzeitlich arbeitet, und für jeden der sich Veränderung wünscht. gleich kaufen!

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Kletterparty 
Thursday, May 29, 2008, 06:22 PM - Theologie
So, die nächste Geschichte ist geschrieben. Richte eben mal rechts noch eine Spalte für Geschichten ein. In dieser geht es um den fiesen Zachäus, der von Jesus angesehen wird. Spannend. Als nächstes Projekt werde ich die Geschichten vertonen und als Hörbuch-Podcast verlinken. Hier aber erst mal die Story:

Predigt vom Spießer 
Friday, April 25, 2008, 12:21 PM - Tagebuch
Vorgestern beim Abendbrot legt mein noch nicht ganz dreijähriger Sohn die Füße auf den Tisch. Ich freiheitsliebender Mensch, Traditionen hinterfragend und doch gefangen in gesellschaftlichen Zwängen schimpfe mit ihm: "Emil nimm sofort die Füße vom Tisch. Die gehören unter den Tisch!" Antwort meines Sohnes: "Papa, du bist ein Spießer!" Ah!!! der Junge ist noch keine drei und gibt's mir derbe!

Also der Spießer predigt am Sonntag in der FeG Worms. Herzliche Einladung an alle Blogleser die sich in der Nähe befinden!
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Sturm 
Sunday, April 6, 2008, 09:10 PM - Theologie
Hab mich mal wieder als Autor betätigt. Hier ist der "Krimi" nachzulesen. Titel: Sturm

Bier kaufen in Worms 
Sunday, March 16, 2008, 07:39 AM - Tagebuch
Gestern stand ich hier im einschlägigen Getränkehandel und mir brach es fast das Herz. Ca. 12 Kästen leckerstes Eichbaum Ureich Premium Pils standen hier -in sicherlich nicht artgerechter Haltung- eng eingepfercht zwischen Licher und Krombacher. Ein Anblick, den zu ertragen meine seelischen Belastungsgrenzen neu auslotete.
Mein barmherziges Retterherz begann in mir zu schlagen und ich hätte am liebsten alle befreit. Aber diese gierigen Menschen hier handeln mit diesen süßen Dingern. Bierhandel ist das! Jawohl! Und auch noch staatlich legitimiert.
So befreite ich -begleitet von einem Todesseufzer meiner eh schon gebeutelten Geldbörse- zwei der kleinen Kästchen aus ihrem Schicksal, indem ich sie käuflich erwarb.


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Mal den Kopf leer schreiben... 
Monday, March 3, 2008, 07:27 PM - Gemeindegründung
Millionen Deutsche sind auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Das Mittelalter versprach das jenseitige Heil, die Moderne versprach den Himmel auf Erden. Doch Vernunft und Wissenschaft konnten weder weltweite Gerechtigkeit, noch den Weltfrieden herbeiführen. Utopia blieb Utopie. Enttäuscht von den Idealen der Moderne suchen die Menschen der Postmoderne einen neuen Sinn. Individuell, wie von der Moderne geprägt, jedoch nicht immanent, wie diese, sondern transzendent ausgerichtet.
Die Werbung, die TV Sender sind voll von Übernatürlichem, Religiosität boomt, Religiosität lässt sich gut verkaufen. Die Menschen flitzen nach Tibet, in Klöster, Promis machen sich auf den Jakobsweg...... nur Blinde könnten jetzt noch übersehen, dass hier etwas Großes in Bewegung ist. Die Menschen suchen nach einem Wesen, das größer ist als sie und/oder nach einem sinnstiftenden Ereignis.
Wenn ich mir das bildlich vorstelle, sind das Millionen Menschen die auf der Suche nach dem Sinn unterwegs sind. Das erschreckende: Sie laufen an unseren Kirchen vorbei. Das heißt unsere Kirchen scheinen den Geist der Zeit noch nicht gegriffen zu haben.
Menschen sind auf der Suche nach Spiritualität, nach Beziehung. Wir stehen auf den Kanzeln und Predigen theologische Wahrheiten.....an den Menschen vorbei. Schön das von den Kanzeln Gottes Wort zu hören ist. Reicht das? Ich meine, die Menschen wollen Gottes Wort wieder erleben.
Neue Formen sind notwendig. In Synthese mit Inhalt und Gegenwart. Die „Stille Zeit“ unsere oft verarmte evangelikale Form der Spiritualität, die Frontalpredigt, statische Gemeindehäuser, zu überdenken.
Mirko sagte mal, man müsse beobachten wo Gott Großes bewegt, dann hingehen und sich gebrauchen lassen. Ich habe da lange drüber nachgedacht und bin immer davon ausgegangen, es gehe darum zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Jetzt meine ich, das ich mir die Zeit wohl kaum aussuchen kann, ich lebe jetzt. Also geht es vielmehr darum die Zeichen der Zeit zu sehen und richtig zu deuten. Die Epoche oder Kultur und die Bedürfnisse der Menschen darin zu reflektieren. Der Esoterikboom u. ä. ist nicht zu verteufeln. Vielmehr sollten wir endlich erkennen dass hier Menschen seit Jahren einen Hunger nach Sinn, eine Ahnung von Gott haben. Füttern wir sie endlich nicht mehr mit Steinen sondern mit richtigem Brot! Mit Brot das sie essen können und das sie ewig sättigt! Und wir sind Teil einer großen Sache! Wir werden uns nicht mehr über drei "Bekehrte" freuen, sondern über 3 Millionen! Es wird immer von Erweckungen geschrieben. Weiß nicht was ich von diesem Wort halten soll. Aber wenn ich es so definiere, das Gott eine Ahnung und ein Verlangen nach ihm selbst in Menschen setzt, dann ist es das was ich gerade sehe und erlebe und wir müssen "nur" noch ernten. Dann könnte das bevorstehende "Erweckung" sein.
Kopf leer geschrieben...


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